Kriegsgräberfürsorge

Die beiden Weltkriege (1914–1918 / 1939–1945) forderten eine hohe Zahl von Todesopfern, militärische wie zivile. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten,
wurden hierzu in verschiedenen Staaten entsprechende Kriegsgräberstätten angelegt oder andere Gedenkorte errichtet. Sie sind Stätten der Trauer und des
mahnenden Gedenkens. Für die Kriegsgräberfürsorge sind jeweils eigenständige Institutionen zuständig. Dieses Verzeichnis bietet hierzu einen entsprechenden
Überblick.

 


 

American Battle Monuments Commission (ABMC)  /  USA

Die American Battle Monuments Commission (ABMC) ist eine Geschäftsstelle der Exekutive der US-Bundesregierung mit Sitz in Arlington (Bundestaat Virginia / USA).
Sie wurde am 4. März 1923 vom Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gegründet. Der Aufgabenbereich umfasst die Planung, Bau, Verwaltung und Unterhalt von ständigen US-amerikanischen Soldatenfriedhöfen im Ausland. Ebenso erfolgt das Gedenken an die Kriegsopfer der US-Streitkräfte, die seit dem
6. April 1917 (Tag des Kriegseintritts der USA in den Ersten Weltkrieg) ihren Dienst in Übersee versahen. Dies geschieht durch den Bau und Pflege von entsprechenden Denkmälern, Monumenten sowie Gedenktafeln inner- und außerhalb der USA. Zusätzlich obliegen der ABMC auch die Leitung bei der Gestaltung und dem Bau von ständigen militärischen Monumenten und Gedenktafeln anderer Sponsoren (US-Bürgern, öffentlichen und privaten Organisationen), wie auch die Förderung des Unterhaltes der genannten Objekte.

 

»  Website der American Battle Monuments Commission (ABMC) mit weitere Informationen (in englisch)

 


 

Commonwealth War Graves Commission (CWGC)  /  Großbritannien

Die Commonwealth War Graves Commission (CWGC) ist eine Non-Profit-Organsition (NPO) mit Hauptsitz in Maidenhead (Großbritannien). Sie wurde am 21. Mai 1917 gegründet. Der Aufgabenbereich der CWGC umfasst die Kennzeichnung und den Erhalt der Gräber der in den beiden Weltkriegen gefallenen Angehörigen der Commonwealth-Streitkräfte. Des Weiteren ist diese Organisation auch mit der Errichtung und dem Unterhalt von Denkmälern für die Vermissten sowie mit der Verwaltung von Aufzeichnungen und Verzeichnissen beauftragt. Die Kosten werden von den Regierungen der Partnerländer – nämlich von Großbritannien, Australien, Indien, Kanada, Neuseeland und Südafrika – im Verhältnis zur Anzahl ihrer Gräber aufgeteilt. In den meisten Fällen erfolgen die Pflege und der Erhalt von Friedhöfen sowie Denkmälern durch die Mitarbeiter der CWGC. Es gibt jedoch auch bestimmte Ausnahmen. So bestehen in einigen Ländern, hauptsächlich in den Mitgliedstaaten des Commonwealth, spezielle Vereinbarungen mit den jeweiligen Regierungen. Diese übernehmen im Auftrag der CWGC die notwendigen Aufgaben. Ebenso werden die Kriegsgräber auf Gemeinde- oder Kirchenfriedhöfen vielerorts auf der Grundlage einer Vereinbarung mit der CWGC den lokalen Behörden und privaten Unternehmen anvertraut.

 

»  Website der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) mit weiteren Informationen (in englisch)

 


 

Österreichisches Schwarzes Kreuz (ÖSK)  /  Österreich

Das Österreichische Schwarze Kreuz (ÖSK) ist ein Verein mit Sitz in Wien (Österreich). Er wurde im Jahr 1919 gegründet. Nach dem Vereinsgesetz ist das ÖSK überparteilich, überkonfessionell und verfolgt gemeinnützige Zielsetzungen. Die Tätigkeit des ÖSK erstreckt sich sowohl auf Österreich als auch auf das Ausland. In Österreich obliegt ihm die würdige Errichtung von Soldatenfriedhöfen und sonstigen Gräberanlagen der Angehörigen aller Nationen und Glaubensbekenntnisse. Ebenso sind die Gräber der Bombenopfer sowie der Opfer politischer und rassischer Verfolgung aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges in den Arbeitsbereich mit eingebunden. Ein weiteres Aufgabengebiet sind die Pflege und Erhaltung von Kriegsgräbern aus der Zeit vor oder aus dem Ersten Weltkrieg. Im Ausland bemüht sich das ÖSK um die angemessene Errichtung und Pflege von Soldatenfriedhöfen von Angehörigen der k.u.k. Armee (Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie) sowie der einschlägigen historischen Anlagen, sofern diese noch vorhanden sind. Bei Fehlen solcher Stätten wird die Errichtung von Mahnmalen als Ersatzgräber angestrebt.

 

»  Website des Österreichischen Schwarzen Kreuzes (ÖSK) mit weiteren Informationen

 


 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.  /  Deutschland

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – im Folgenden Volksbund genannt – ist eine humanitäre Organisation mit Sitz in Kassel (Deutschland). Sie wurde am
16. Dezember 1919 gegründet. Im Auftrag der deutschen Bundesregierung widmet sich der Volksbund der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Hierbei umfasst dies vor allem die Kriegsgräberstätten aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Dazu kommen die Denkmäler und Friedhöfe des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) sowie Anlagen aus dem Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848–1851) und dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864). Ein kleiner Teil der Stätten wird durch das eigene Personal des Volksbundes betreut. Ebenso pflegen auch in einem größeren Umfang Firmen, kommunale Betriebe, Kirchengemeinden, Vereine und Privatpersonen entsprechende Anlagen. Weitere Aufgabengebiete des Volksbundes sind die Betreuung von Angehörigen in Fragen der Kriegsgräberfürsorge sowie die Beratung von öffentlichen und privaten Stellen. Ferner wird die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge unterstützt. Im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erfüllt der Volksbund seine Aufgabe in Europa und in Nordafrika.

 

»  Website des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit weiteren Informationen

 


 

Autor:

Thomas Tröndle  /  E-Mail:  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.